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Roland Garros: Geschichte, Rekorde und Fun Facts rund um die French Open

French Open Geschichte: Rekorde und Fun Facts zu Roland Garros

Verfasst von Sofia

Zwei Wochen lang dreht sich in Paris alles um eine einzige Farbe: das warme Bordeaux-Rot des Pariser Sands. Roland Garros ist mehr als ein Tennisturnier – es ist ein Stück französischer Sportkultur, ein Schauplatz großer Dramen und der Ort, an dem aus Außenseiter:innen Legenden werden. Hier sind die spannendsten Geschichten rund um das einzige Sand-Grand-Slam der Welt – kompakt, unterhaltsam und mit ein paar Fakten, die dich überraschen werden.

Fangen wir mit der wohl skurrilsten Geschichte an: Das berühmteste Tennisstadion der Welt ist nach einem Mann benannt, der vermutlich nie einen Topspin-Vorhand geschlagen hat. Roland Garros war Luftfahrtpionier – und überflog am 23. September 1913 als erster Mensch das Mittelmeer, in knapp acht Stunden in einem Holzflugzeug von Frankreich nach Tunesien. Im Ersten Weltkrieg wurde er einer der ersten Jagdflieger der Geschichte – und im Oktober 1918 abgeschossen, einen Tag vor seinem 30. Geburtstag.

Warum dann ein Tennisstadion? 1927 hatten die legendären „Vier Musketiere“ für Frankreich erstmals den Davis Cup gewonnen. Für die Titelverteidigung brauchte es 1928 schnell eine würdige Heimstätte – und Stadionbauer Émile Lesieur, ein Kriegskamerad von Garros, bestand darauf, den neuen Komplex nach seinem gefallenen Freund zu benennen. Eröffnet wurde am 19. Mai 1928 mit einem Damen-Länderkampf.

Drei Plätze, drei großartige Heldengeschichten

Wer über die Anlage schlendert, läuft an drei großen Show Courts vorbei – und jeder Name erzählt eine eigene Geschichte:

Court Philippe Chatrier ist das Herzstück: rund 15.000 Plätze, seit 2020 mit ausfahrbarem Dach. Namensgeber ist der ehemalige FFT-Präsident, dem Tennis 1988 sein Olympia-Comeback nach 64 Jahren verdankt.

Court Suzanne Lenglen ehrt jene Französin, die in den 1920ern als erste globale Sport-Ikone überhaupt gefeiert wurde. „La Divine“ – die Göttliche – gewann sechs Mal die French Open und holte 1920 zweimal Olympia-Gold. Das 2024 ergänzte plissierte Dach? Eine Hommage an ihren legendären Tennisrock von Modedesigner Jean Patou.

Court Simonne Mathieu, eröffnet 2019 inmitten eines botanischen Gartens, trägt den Namen einer der mutigsten Persönlichkeiten des französischen Tennis. Mathieu gewann 1938 und 1939 die French Open – und gründete dann auf Bitte von Charles de Gaulle das erste weibliche Militärkorps der französischen Geschichte. Am Tag der Befreiung von Paris marschierte sie als Kapitän an de Gaulles Seite die Champs-Élysées hinunter.

Pokale mit Geschichte

Auch die Trophäen sind kleine Geschichtsbücher. Die Coupe des Mousquetaires für die Herren ehrt die vier französischen Tennislegenden der 1920er: René Lacoste (ja, das Krokodil!), Henri Cochet, Jean Borotra und Jacques Brugnon. Die Damen heben seit 1979 die Coupe Suzanne Lenglen in die Höhe – ein Pokal, der jedes Jahr ein bisschen ehrfürchtiger glänzt.

Die Tennis-Musketiere - Jacques Brugnon, Jean Borotra, Henri Cochet und René Lacoste
Die vier Musketiere des Tennis

Rekorde, die so schnell niemand brechen wird

  • Rafael Nadal holte zwischen 2005 und 2022 ganze 14 Titel und steht bei einer Bilanz von 112 Siegen zu nur 4 Niederlagen – das ergibt 96,5 % Gewinnquote, die höchste eines Spielers bei einem einzelnen Major überhaupt. Geschlagen wurde der „König von Sand“ in Paris nur von Robin Söderling (2009), Novak Djokovic (2015 + 2021) und Alexander Zverev (2024).
  • Steffi Graf brauchte 1988 im Finale gegen Natalia Zvereva sage und schreibe 32 Minuten Spielzeit für ein 6:0, 6:0 – das kürzeste Grand-Slam-Endspiel der Open Era. Es war Teil ihres einzigartigen Golden Slam.
  • Chris Evert führt mit 7 Titeln die ewige Bestenliste der Damen an.
  • Längstes Finale ever: 5 Stunden, 29 Minuten – Carlos Alcaraz besiegte Jannik Sinner 2025 im Match-Tiebreak des fünften Satzes.

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Die heißesten Fans im Grand-Slam-Zirkus

Wer Roland Garros mit der vornehmen Stille Wimbledons verwechselt, hat Paris nicht verstanden. Die French-Open-Fans gelten als die lautesten und leidenschaftlichsten im Tennis – Profis vergleichen die Stimmung regelmäßig mit einem Fußballspiel. Court 14 hat sogar einen eigenen Spitznamen: „Le Chaudron“, der Kessel. Wer dort gegen einen Franzosen antritt, bekommt zwischen den Aufschlägen die Marseillaise um die Ohren gehauen.

Manchmal kippt es: 2024 verbot der Veranstalter Alkohol auf den Tribünen, nachdem es zu lautstarken Ausfällen gekommen war. Der belgische Profi David Goffin berichtete sogar, ein Fan habe ihn mit Kaugummi bespuckt. Selbst Novak Djokovic, alles andere als geräuschempfindlich, sagt: „Hier sind die Leute lauter und leidenschaftlicher als bei jedem anderen Grand Slam.“

Das hat Methode. Seit Yannick Noahs Triumph 1983 hat kein Franzose mehr in Paris gewonnen, seit Mary Pierce 2000 keine Französin. Die Sehnsucht ist riesig – und die Pariser machen ihr lautstark Luft.

Drei Kuriositäten zum Mitnehmen

  • Internierungslager 1939/40: Zwischen Herbst 1939 und Mai 1940 nutzte die französische Regierung Roland Garros als Internierungslager für „unerwünschte Ausländer“ – darunter den Schriftsteller Arthur Koestler.
  • Lacoste seit 1933: Die Partnerschaft mit dem von Musketier René Lacoste gegründeten Modelabel besteht seit über 90 Jahren. Bis heute kleidet das Krokodil sämtliche Schiedsrichter und Ballkinder ein.
  • Equal Pay erst seit 2006: Roland Garros war als letztes der vier Grand Slams bereit, gleich hohe Preisgelder an Männer und Frauen auszuzahlen.

Fazit: Wo Tennis zur Pariser Oper wird

Roland Garros verbindet Geschichte, körperliche Härte und französische Leidenschaft wie kein anderes Turnier. Der rote Sand zwingt zu längeren Ballwechseln, die laute Kulisse macht jedes Match zum kleinen Drama – und genau das macht das Mitfiebern so unwiderstehlich.

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