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Wimbledon 2026, Runde 1: Favoriten-Zittern, Qualifikanten-Coups und ein Tiebreak-Feuerwerk

Wimbledon 2026 Runde 1: Favoriten-Zittern & Überraschungen

Verfasst von James

Kaum war der heilige Rasen frisch gemäht, lag schon das erste Chaos in der Luft. Die Auftaktrunde in Wimbledon 2026 hat die Setzliste ordentlich durchgeschüttelt: gestürzte Favoriten, ein Qualifikant als Giant Killer, eine emotionale Rückkehr auf dem Centre Court – und Tiebreaks, so weit das Auge reicht. Die erste Runde ist durch, die Bilanz steht. Zeit für den Rückblick.

Die dicksten Überraschungen

Der Knaller der Runde kommt aus dem Nichts: Qualifikant Otto Virtanen wirft den an Nummer 4 gesetzten Ben Shelton – immerhin die Nummer 5 der Welt – in fünf Sätzen aus dem Turnier (6:4, 3:6, 6:7, 6:2, 7:6). Shelton führte nach Satz drei bereits mit 2:1, brach dann aber ein und verlor den entscheidenden Tiebreak mit 9:11. Für den Qualifikanten, der sich über drei Runden erst ins Hauptfeld kämpfen musste, ist es die Cinderella-Story des Auftakts.

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Er ist längst nicht allein. Schon an Tag 1 mussten mit Casper Ruud (Nr. 11, gegen Hubert Hurkacz), Andrey Rublev (Nr. 12) und Luciano Darderi (Nr. 14) drei gesetzte Herren die Segel streichen, dazu der britische Hoffnungsträger Cameron Norrie (Nr. 26), der einem Qualifikanten in einer Vier-Stunden-Schlacht unterlag. Tag 2 legte nach: Francisco Cerúndolo (Nr. 18), Ugo Humbert (Nr. 27) und – besonders bitter – der frischgebackene French-Open-Halbfinalist Matteo Arnaldi (Nr. 32) sind ebenfalls raus.

Bei den Damen blieb es an Tag 1 lange ruhig an der Spitze, ehe Leylah Fernandez, Anastasia Potapova und Ann Li als Gesetzte fielen. Der eigentliche Paukenschlag kam an Tag 2: Qualifikantin Daria Snigur fegte die an Nummer 8 gesetzte Elina Svitolina in zwei Sätzen (7:5, 6:2) vom Platz – der erste Top-10-Abgang im Damenfeld und Svitolinas erstes Erstrunden-Aus in Wimbledon seit 2018. Auch Clara Tauson (Nr. 24) und Donna Vekić (Nr. 31) sind Geschichte.

Serenas Rückkehr – und ein schnelles Ende

Der emotionalste Moment des Turniers: Serena Williams, siebenfache Wimbledon-Siegerin, kehrte mit 44 Jahren und einer Wildcard zurück ins Einzel – ihr erstes Einzelmatch seit 2022. Auf dem Centre Court holte sie sich gegen die erst 20-jährige Maya Joint einen Satz-Tiebreak, musste sich am Ende aber in drei Sätzen geschlagen geben. Die Rückkehr war ein Fest für die Ränge, das Ergebnis ein Dämpfer.

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Diese Favoriten marschierten durch

Ganz oben blieb vieles in Ordnung. Aryna Sabalenka (Nr. 1) benötigte nur gut eine Stunde für ihr 6:2, 6:3 und gewann 83 % der Punkte nach dem ersten Aufschlag. Coco Gauff (Nr. 7), im Vorjahr noch in Runde 1 gescheitert, ließ ihrer Gegnerin beim 6:2, 6:1 nur drei Games. Auch Naomi Osaka (Nr. 14), Jessica Pegula (Nr. 4) und Mirra Andreeva (Nr. 5) zogen souverän in zwei Sätzen weiter.

Bei den Herren zeigten vor allem Félix Auger-Aliassime (Nr. 3, 6:3, 6:1, 6:4), Daniil Medvedev (Nr. 8, 6:1, 6:2, 6:4) und Taylor Fritz (glatt in drei Sätzen gegen Dušan Lajović), wie man auf Rasen keine Körner verschwendet.

Diese Favoriten mussten zittern

Ausgerechnet die beiden Titelverteidiger taten sich schwer. Jannik Sinner (Nr. 1), Vorjahressieger, wehrte gegen Miomir Kecmanović einen handfesten Fünf-Satz-Schreck ab (4:6, 6:3, 6:7, 6:2, 6:3) – inklusive kurzer Verletzungssorge. Auf der Damenseite gab Iga Świątek (Nr. 3) gegen die kreative Taylor Townsend zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt in einer Erstrundenpartie einen Satz ab (6:1, 2:6, 6:3) und leistete sich neun Doppelfehler.

Auch sonst wurde geschwitzt: Novak Djokovic (Nr. 7) brauchte gegen Yibing Wu vier Sätze, Elena Rybakina (Nr. 2) musste gegen Lois Boisson über die volle Distanz – und Alexander Zverev (Nr. 2), immerhin frischgebackener French-Open-Champion, quälte sich in einem wahren Tiebreak-Marathon gegen Alexander Blockx ins Ziel (6:4, 6:7, 7:6, 7:6). Der Sandplatz-Triumph von Paris ist auf dem Rasen offensichtlich noch nicht abrufbar.

Das große Tiebreak-Drama

Wenn eine Sache diese erste Runde geprägt hat, dann sind es die knappen Sätze. Nervenkrimis gab es im Minutentakt: Berrettini gegen Wawrinka dauerte vier Stunden und zwanzig Minuten – mit gleich vier Tiebreaks. Zverev gegen Blockx ging über drei Tiebreaks. Norrie gegen Zheng lieferte deren drei über vier Stunden. Und Roman Safiullin rang Rublev in einem irrwitzigen Entscheidungssatz-Tiebreak mit 14:12 nieder. Wer gern mitzittert, kam voll auf seine Kosten.

Wie geht’s weiter?

Und schon rollt Runde 2 an. Auf die Titelverteidiger warten die nächsten Prüfsteine: Sinner trifft auf Nuno Borges, Świątek auf die erfahrene Karolína Plíšková, Sabalenka auf McCartney Kessler. Nach diesem Auftakt voller Überraschungen würde sich niemand wundern, wenn das Chaos munter weitergeht.

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