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US Open: Geschichte, Traditionen und Fun Facts rund um den lautesten Grand Slam

US Open Fun Facts — US Open: Geschichte, Traditionen & Fun Facts

Verfasst von Sofia · 28.08.2026 · 5 Min. Lesezeit

Grelle Flutlichter, kreischende Fans, ein knallblauer Hartplatz und Cocktails mit Melonenkugeln: Die US Open sind der lauteste, grellste und aufregendste der vier Grand Slams. Wo in Wimbledon andächtige Stille herrscht, dreht New York den Ton voll auf. Hinter dem Spektakel steckt aber eine Geschichte, die vor über 140 Jahren begann – ausgerechnet mit einem Pferd auf einer sehr vornehmen Veranda. Hier sind die spannendsten Fakten rund um das letzte Major des Jahres.

Der Legende nach verdanken die US Open ihre Existenz einer Schnapsidee der oberen Zehntausend. 1879 soll Zeitungsverleger James Gordon Bennett Jr. seinen Freund, den Polospieler Captain Henry „Sugar“ Candy, dazu angestiftet haben, mit dem Pferd auf die Veranda des vornehmen Herrenclubs „Newport Reading Room“ zu reiten. Candy ritt kurzerhand direkt in die Clubräume – und flog prompt raus.

Aus Trotz gründete der schwerreiche Bennett seinen eigenen Club: das Newport Casino. (Ein „Casino“ übrigens ganz ohne Glücksspiel – der Begriff bezeichnete damals einen vornehmen Gesellschaftsklub, keine Spielhölle.) Und genau dort fiel am 31. August 1881 der erste Aufschlag der US-Meisterschaften: 25 Herren traten an, ein Streichquartett spielte dazu, und ein gewisser Dick Sears gewann – und danach noch sechs Mal in Folge.

Aus der Newport-Gesellschaft wurde ein Welt-Major. 1915 zog das Turnier näher an New York (Forest Hills), 1978 schließlich nach Flushing Meadows, wo es bis heute steigt. Seit 1968 – als auch Profis zugelassen wurden – heißt es „US Open“. Und eine Besonderheit hat kein anderes Major vorzuweisen: Die US Open wurden auf allen drei Belägen ausgetragen – Rasen (bis 1974), Sand (1975–1977) und seither Hartplatz.

Honey Deuce, Nachtsessions und die lauteste Bühne im Tennis

Manche Traditionen der US Open sind laut, andere schmeckt man. 1975 führte das Turnier als erster Grand Slam Nachtsessions unter Flutlicht ein – seither gehören die elektrisierenden Abendspiele im vollen Rund zum Markenkern. Dazu kommt der inoffizielle Signature-Drink: der Honey Deuce, ein Cocktail aus Wodka, Limonade und Himbeerlikör, garniert mit drei Honigmelonen-Kugeln, die wie kleine Tennisbälle auf einem Spieß stecken. Seit 2007 ist er Kult – und wird jedes Jahr hunderttausendfach über die Theke gereicht. Zusammen mit New Yorks purer Energie ergibt das die lauteste Kulisse im Welttennis.

Und dann sind da noch die Ränge selbst: Kaum ein Sportevent zieht so viele Prominente an wie die US Open. Zu den treuesten Stammgästen zählen Vogue-Chefin Anna Wintour (seit Jahrzehnten in der ersten Reihe), Schauspieler und bekennender Tennisfan Ben Stiller (2025 gemeinsam mit Owen Wilson), Modedesignerin Vera Wang und „Hamilton“-Erfinder Lin-Manuel Miranda. Dazu gibt sich Jahr für Jahr ein wechselndes A-Promi-Aufgebot aus Hollywood, Musik und Sport die Ehre – vom Superstar in der Spielerbox bis zum Ex-Präsidenten auf der Tribüne. In New York ist das Turnier eben auch die Bühne zum Sehen und Gesehenwerden.

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Mehr als Tennis: Billie Jean King und Arthur Ashe

Die US Open haben Tennisgeschichte auch abseits des Platzes geschrieben. 1973 waren sie das erste Grand-Slam-Turnier, das Männern und Frauen dasselbe Preisgeld zahlte – ein Meilenstein, für den Billie Jean King zuvor sogar mit einem Boykott gedroht hatte (andere Majors zogen teils erst 2007 nach). Zu ihren Ehren trägt die Anlage seit 2006 ihren Namen: USTA Billie Jean King National Tennis Center.

Nach der zweiten großen Ikone ist das größte Stadion der Anlage benannt: Arthur Ashe. Der Amerikaner gewann 1968 die allererste Auflage der US Open – als erster und bis heute einziger Schwarzer Sieger im Herreneinzel. Kurios: Weil Ashe damals noch Amateur war (er diente in der US-Armee), durfte er das Preisgeld von 14.000 Dollar gar nicht annehmen – es ging an den unterlegenen Finalisten Tom Okker, während Ashe mit 20 Dollar Tagespauschale heimfuhr. Doch Ashe wurde weit über den Sport hinaus bedeutend: Er kämpfte gegen die Apartheid in Südafrika, engagierte sich für Bürgerrechte und – nachdem er sich bei einer Bluttransfusion mit HIV infiziert hatte – bis zu seinem Tod 1993 für die AIDS-Aufklärung.

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Rekorde, die Bestand haben

  • Jimmy Connors ist der einzige Spieler, der die US Open auf allen drei Belägen gewann – Rasen, Sand und Hartplatz.
  • Bei den Herren teilen sich Connors, Pete Sampras und Roger Federer mit je fünf Titeln den Open-Era-Rekord; Federer holte seine fünf sogar am Stück (2004–2008). In der Amateur-Ära gewannen Richard Sears, William Larned und Bill Tilden je sieben.
  • Bei den Damen führen Serena Williams und Chris Evert mit je sechs Titeln – und mit acht Titeln (1915–1926) hält Molla Mallory den ältesten noch bestehenden Titelrekord bei einem Grand Slam überhaupt.

Und dann sind da die Marathon-Matches: Das längste Match der US-Open-Geschichte lieferten sich 2024 Daniel Evans und Karen Chatschanow – sagenhafte 5 Stunden und 35 Minuten, und das schon in Runde eins. Sie lösten damit einen Klassiker ab, der 32 Jahre lang Bestand hatte: das legendäre Halbfinale von 1992, in dem Stefan Edberg den jungen Michael Chang nach 5:26 Stunden niederrang.

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Vom Rasen zum blauen Hartplatz

Die Geschichte der US Open ist auch eine Geschichte des Untergrunds – und damit des Wandels im Tennissport. Bei ihren Anfängen wurde das Turnier noch auf Rasen ausgetragen, ganz in der Tradition des klassischen Lawn Tennis. Der schnelle, oft unberechenbare Belag begünstigte ein offensives Spiel und stellte Spieler vor besondere Herausforderungen.

1975 erfolgte dann ein erster großer Wechsel: Die US Open verabschiedeten sich vom Rasen und wurden auf einem grünen Sandplatz, dem sogenannten Har-Tru, ausgetragen. Der Belag war langsamer als Rasen, sorgte für längere Ballwechsel und verlieh dem Turnier für einige Jahre ein völlig neues spielerisches Gesicht. Doch auch diese Phase sollte nicht von Dauer sein.

Bereits 1978 begann mit dem Umzug nach Flushing Meadows die bis heute prägende Ära des Hartplatzes. Der neue Untergrund verband Elemente verschiedener Spielstile: schneller und direkter als Sand, zugleich berechenbarer und gleichmäßiger als Rasen. Die US Open fanden damit ihren eigenen, modernen Charakter – dynamisch, kraftvoll und perfekt geeignet für das schnelle Spiel der Metropole New York.

So laut die Atmosphäre, so fortschrittlich die Technik. Seit 2005 wird auf dem unverwechselbaren „US Open Blue“ gespielt – blau innerhalb der Linien und grün außerhalb. Der Kontrast sorgt dafür, dass der gelbe Ball für Kameras und Zuschauer deutlich besser sichtbar ist und verleiht dem Turnier zugleich seinen ganz eigenen Look.

Über allem thront das Arthur-Ashe-Stadion: Mit knapp 23.800 Plätzen ist es das größte Tennisstadion der Welt. Seit 2016 schützt zudem ein schließbares Dach Spieler und Publikum vor Regen und ermöglicht einen nahezu unterbrechungsfreien Spielbetrieb. Auch bei der Technik waren die US Open Vorreiter: 2006 durften Spieler hier als Erste bei einem Grand-Slam-Turnier strittige Entscheidungen per Hawk-Eye überprüfen lassen. Was damals noch als spektakuläre technische Neuerung galt, ist heute selbstverständlich – inzwischen übernimmt die elektronische Linienüberwachung die Entscheidungen vollständig.

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Drei Kuriositäten zum Mitnehmen

  • Ein „Casino“ ohne Glücksspiel: Der Geburtsort des Turniers, das Newport Casino, war nie eine Spielhölle – „Casino“ kommt vom italienischen „casina“ (kleines Haus) und meinte einen geselligen Treffpunkt.
  • Flugzeuge im Anflug: Flushing Meadows liegt in der Einflugschneise des Flughafens LaGuardia – dröhnende Jets über dem Platz gehören zum Soundtrack der US Open, und Spieler warten schon mal, bis der Lärm vorbei ist.
  • Nie ausgefallen: Die US Open sind das einzige Grand-Slam-Turnier, das seit seiner Gründung jedes Jahr ausgetragen wurde – selbst durch beide Weltkriege hindurch.

Wo die US Open am lautesten sind

Kein anderes Major bündelt so viel Energie, Geschichte und Show wie die US Open. Der blaue Hartplatz sorgt für schnelles, kompromissloses Tennis, die New Yorker Nächte für eine Gänsehaut-Kulisse – und genau diese Mischung aus Tradition und Spektakel macht das Mitfiebern hier so unwiderstehlich. Wenn Ende August das letzte Major des Jahres beginnt, wird es garantiert laut.

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